Der Stromzähler ist ein über einen zeitlichen Verlauf integrierendes Messgerät zur Erfassung der Menge einer gelieferten bzw. verbrauchten elektrischen Größe.

Vorzugsweise wird der Begriff Stromzähler (auch Elektrizitätszähler) für Geräte verwendet, mit denen allerdings nicht elektrische Stromstärke, sondern elektrische Wirkleistung über der Zeit summiert wird, wodurch elektrische Energie gemessen wird. Der physikalisch korrekte Begriff ist also Energiezähler. Gezählt werden in diesen Geräten mechanisch die Umdrehungen einer Scheibe, deren Drehzahl proportional zur Wirkleistung ist, oder elektronisch entsprechende Impulse.

Die Anzeige bezieht den Umrechnungsfaktor auf die Energie oder Arbeit ein. Die zugehörige physikalische Einheit ist das Joule (mit dem Einheitenzeichen J) bzw. die Wattsekunde (Ws); allerdings wird bei Stromzählern der Messwert in der größeren Einheit Kilowattstunde (kWh) angegeben.

Ferner gibt es auch Stromzähler, die in Gleichstromanwendungen tatsächlich elektrische Stromstärke aufsummieren, also elektrische Ladung erfassen (mit der Einheit Amperestunde). Sie haben aber keine Bedeutung mehr.

Eine Frage welche sich viele Stromkunden stellen ist ob der gemessene Verbrauch stimmt, da grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass der Stromzähler geeicht ist und dieser demnach auch richtige Messwerte ermittelt.

Eichmarke

Eichmarke

Die Eichdauer für Stromzähler in Haushalten beträgt 16 Jahre für Zähler mit Läuferscheibe, bei elektronischen Zählern acht Jahre. Ein z.B. im Jahr 2003 geeichter Zähler gilt also bis 2019 als geeicht. Nach Ablauf dieser Zeit werden aber nicht alle Zähler einer Bau-Serie neu geeicht. Vielmehr wird nur eine Stichprobe der Zählerserie, z.B. jeder tausendste Zähler, auf den Prüfstand genommen. Wenn sich dabei keine Beanstandungen ergeben, wird die Eichdauer aller Zähler verlängert. Es werden dann aber keine neuen Eichetiketten auf alle Zähler geklebt.

Wenn der Eichstempel am Stromzähler abgelaufen ist, dann könnte es sein, dass aufgrund einer Stichprobenprüfung der Zähler weiterhin als „gültig geeicht“ gilt. Verbraucher können sich dann an den Meßstellenbetreiber – in der Regel der regionale Versorgungsnetzbetrieb – wenden, dort ist man den Verbrauchern gegenüber zur Auskunft verpflichtet.

Es wurde jedoch auch festgestellt, dass Stromzähler trotz Einhaltung der Eichvorschriften falsche Messwerte erfassen und dies macht sich in Ihrer Stromrechnung bemerkbar, denn dann zahlen Sie Ihre Stromrechnung nach den falschen Meßergebnissen und das kann sehr teuer werden. Festgestellt wurden Abweichungen von bis zu 48% zu Ungunsten des Stromkunden und das bedeutet, dass um 48% zu viel Strom bezahlt wurde.

Um Sicherheit zu haben, dass die Stromzähler auch richtig funktionieren, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können sich mit dem regionalen Netzbetrieb oder der Eichbehörde in Verbindung setzen und eine Kontrollmessung beauftragen.

 

Doppel- und Mehrtarifstromzähler

 

Zweitarifzähler mit integriertem Rundsteuerempfänger

Zweitarifzähler mit integriertem Rundsteuerempfänger

Diese Zähler können den Verbrauch in zwei oder mehr Tarifen unterteilt zählen. Bei Tarifkunden in Deutschland, zum Beispiel den privaten Haushalten, wird bei Bedarf die Ausführung mit zwei Tarifzählwerken eingesetzt. So kann in Zeiten geringer Nachfrage der Stromverbrauch für den Kunden günstiger abgerechnet werden. Dies wird vereinbart, um in den so genannten Schwachlastphasen, meist nachmittags und in der Nacht, elektrisch betriebene Wärmespeicherheizungen zu versorgen. Für die Energieversorger wird durch diese Zu- oder Abschaltung von Verbrauchern zur Wärmeerzeugung ein Ausgleich in der Netzbelastung erreicht.

Es gibt elektromechanische Energiezähler mit zwei und mehr Zählwerken, um zeitbezogen unterschiedliche Tarife abrechnen zu können. Zwischen diesen Zählwerken wird beispielsweise durch eingebaute oder externe Rundsteuerempfänger (die durch zentrale Rundsteueranlagen im Energieversorgungsunternehmen gesteuert werden) umgeschaltet.

Bei Sondervertragskunden (Industrie) waren weitere elektromechanische Zählwerke für die Energiemessung gebräuchlich. Hier wird vollständig auf elektronische Zähler mit einer Aufzeichnung der Momentan Werte des Lastgangs umgestellt. Vielfach sind diese Zähler mit einer Datenleitung, beispielsweise an das Telefonnetz, angeschlossen, um ohne Zeitverzug abrechnen zu können. Auch elektronische Zähler mit Drahtlosübertragung der Daten über Handynetze sind verbreitet.

Die Tarifumschaltung wird entweder durch eine Zeitschaltuhr oder über Rundsteueranlagen gesteuert. Bei der Rundsteueranlage werden die Steuersignale über das Stromnetz geschickt. Die Impulse werden im Niederfrequenzbereich (bis etwa 1 kHz) auf die Netzspannung von 50 Hz aufmoduliert.

Seit Anfang 2010 ist der Einbau von intelligenten Strom­zählern in Neubauten und sanierten Wohnungen und Häusern gesetzlich vorgeschrieben.
Im Energiewirtschaftsgesetz steht, dass, soweit dies technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar ist, Messeinrichtungen anzubieten sind, die dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energiever­brauch und die tatsächliche Nutzungszeit wider­spiegeln.
Endverbrauchern soll also ein Instrument in die Hand gegeben werden, mit dem sie ihren individuellen Ver­brauch besser nachvollziehen und beeinflussen können.

Der intelligente Stromzähler ist ein elektronischer Stromzähler, der die Verbrauchsdaten in digitale Signale umwandelt. Er kann mit verschie­denen Modulen erweitert werden und damit mehr oder weniger „intelligent“ werden, z.B. mit einem Modul für zeitvariable Tarife oder zusätzlich mit einem GPRS-Modul für die Fernaus­lesung und Online-Zugriff auf die Verbrauchsanalyse.

Der Einbau eines intelligenten Stromzählers kann übrigens für alle bestehenden Wohnun­gen und Häuser sinnvoll sein. Denn mit der neuen Technologie kann jeder Einzelne seinen Energieverbrauch besser kontrollieren und Energie bewusster einsetzen. Das ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch gut für die Umwelt.