Welches sind die Gründe für die Ersatz- oder Grundversorgung aus fehlender Einzugsmeldung bzw. aus fehlerhaftem Lieferantenwechsel?
Umzug: Wenn der Anschlussnehmer/Endkunde aus einer Wohnung auszieht, meldet sein Lieferant die Netznutzung beim Verteilnetzbetreiber im Rahmen dieses Auszuges ab.

Wenn innerhalb einer bestimmten Zeit dem Verteilnetzbetreiber für die Abnahmestelle keine neue Anmeldung eines Lieferanten vorliegt, werden dort evtl. entnommene Energien (Strom und Gas) automatisch nach der Ersatz- oder Grundversorgung an den Grundversorger geliefert und durch diesen mit dem ermittelten Anschlussnutzer abgerechnet.Bei Verzögerungen der Abwicklung von Prozessen und Abläufen im Rahmen eines Lieferantenwechsels übernimmt der Grundversorger ebenfalls automatisch die Belieferung mit Energie. Ein Lieferantenwechsel geht folgendermaßen vonstatten: Der neue Lieferant kündigt den Vertrag beim alten Lieferanten des Anschlussnutzers. Außerdem meldet er die Netznutzung beim zuständigen Verteilnetzbetreiber an, durch dessen Netzgebiet er die Energie zu seinem Kunden leiten wird. Der Verteilnetzbetreiber muss nun warten, bis er vom alten Lieferanten eine zur Neuanmeldung passende, fristgerechte Abmeldung bekommt. Sind diese beiden Informationen übereinstimmend und vollständig eingetroffen, stimmt der Verteilnetzbetreiber dem Lieferantenwechsel zu. Nun darf der neue Lieferant das Verteilnetz zur Energiedurchleitung nutzen.

Folgende Probleme beim Lieferantenwechsel begründen eine Ersatz- oder Grundversorgung:
Direkte Kündigung des Anschlussnehmers bei seinem bisherigen Lieferanten, z. B. wegen einer Preiserhöhung. Der alte Lieferant sendet daraufhin eine Netznutzungsabmeldung an den Verteilnetzbetreiber. Der neue Lieferant verschickt seinerseits eine Netznutzungsanmeldung an den Verteilnetzbetreiber. Wenn diese Anmeldung fehlerhaft oder unvollständig ist, erhält der neue Lieferant eine Ablehnung durch den Verteilnetzbetreiber. Um den Endverbraucher bis zur Klärung aller Formalitäten mit Energie zu versorgen, erfolgt die Meldung der Ersatz- oder Grundversorgung an den Grundversorger.
Der alte Lieferant schickt eine Netznutzungsabmeldung im Rahmen eines Lieferantenwechsels an den Verteilnetzbetreiber. Dieser bestätigt die Abmeldung. Geht nun innerhalb der gesetzlich festgelegten Fristen keine Netznutzungsanmeldung eines anderen Lieferanten beim Verteilnetzbetreiber ein, ist letzterer verpflichtet, die Ersatz- oder Grundversorgung an den Grundversorger zu melden.
Wenn der neue Lieferant eine passende Anmeldung vornimmt, diese aber innerhalb der Fristen storniert, gilt für die Abnahmestelle Ersatz- oder Grundversorgung.
Wenn der alte Lieferant den Anschluss abmeldet, bestätigt der Verteilnetzbetreiber die Abmeldung. Wird der Kunde nun durch den neuen Lieferanten mit falschen Daten angemeldet, lehnt der Verteilnetzbetreiber die Anmeldung ab und die Ersatz- oder Grundversorgung wird aktiviert.

Lieferanmeldung
Die Lieferanmeldung an den Netzbetreiber muss vom Neulieferanten mindestens 10 Werktage vor dem Belieferungswunsch/ Aufnahme der Belieferung erfolgen.
Ablehnung-Vertragsbindung: Der Kunde befindet sich in einem Langzeitvertrag beim Vorversorger.

Schlichtungsstelle: Wer hilft mir bei Problemen mit einem Anbieter?

Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben (TKG) vermittelt die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur seit Juni 1999 in Streitfällen zwischen Endkunden und Telekommunikationsunternehmen. Die Schlichtungsstelle verfolgt in erster Linie das Ziel, zwischen den streitenden Parteien eine einvernehmliche Lösung der Streitsache zu erreichen, so dass gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden.

http://www.schlichtungsstelle-energie.de/